Horst van der Linde – eine maritime Legende

Horst van der Linde – eine maritime Legende

Das 100 jährige Jubiläum zum Bestehen des Oldenburger Yacht-Clubs steht bevor. Die Geschichte des Yacht-Clubs ist natürlich eng verbunden mit den Personen, die den Verein mitgeprägt haben. Einer von ihnen ist Horst van der Linde, das älteste lebende Mitglied und seit 2007 Ehrenmitglied.
Aufgewachsen in seiner Heimatstadt Oldenburg in Wassernähe ist ihm das nasse Element seit Kindheit und Jugend sehr vertraut. Das Heim der Marinejugend (heute OYC-Clubhaus) wird zum zentralen Treffpunkt mit Freunden und Gleichgesinnten.
Von der Marine werden unter anderem ein Kutter und eine Jolle ausgesondert und mit weiteren Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung gestellt. Dies fördert nicht nur den Spaß, sondern hat auch einen positiven Lerneffekt für das maritime Handwerk und speziell für das Segeln. Man schippert unter einfachsten Bedingungen auf dem Osternburger Kanal, der Hunte bis hinauf zur Weser. Kriegsbedingt sind fast alle Beteiligten aus diesem Kreis dann bei der Marine gelandet.
Nach dem Kriegsende ist neben dem erfolgreichen beruflichen Aufstieg in der Tiefbaubranche für Horst van der Linde der maritime Bereich ein stabiler Faktor. Hierbei lassen sich oftmals berufliche und maritime Gegebenheiten miteinander verknüpfen. Erfolgreich am Ruder steht er auch in seinem Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Gerd und Werner Grambart.
1947 in den OYC eingetreten, nimmt sein Engagement für den Club einen besonderen Stellenwert ein. Die Brücke vom Clubgelände über den Osternburger Kanal ist ein sichtbares Zeichen dafür, ebenso die betonierte Slipbahn und so manche großzügige Zuwendung bis in die heutigen Tage. Nicht nur die Ehrenmitgliedschaft ist ein Ausdruck der tiefen Verbundenheit, sondern auch die Tatsache, daß die neu errichtete Halle an der Buschhagen-Halbinsel seinen Namen trägt: “Horst van der Linde-Halle”.
Die Namensliste der eigenen Boote ist beträchtlich: es beginnt mit „Erna III“, danach gefolgt von „Emshörn“, „Christine I“, „Christine II“, „Christine III“ und „Tina von Brake“. Zuletzt ist es eine schnelle, robuste Einhand-Küstenjolle, die den Namen seiner Enkelin Catharina, „Cathinka“ trägt. Gesegelt werden alle diese Boote unter dem Stander des Oldenburger Yacht-Clubs. Die Logbücher all dieser Reisen, erzählen die die legendäre Geschichte eines Mannes, der durch eben diese Erlebnisse selbst zu einer maritimen Legende geworden ist.
Darüber hinaus hat er als Autor einiger Bücher die Geschichte seiner Familie, des Unternehmens und den Werdegang als leidenschaftlicher Segler umfassend dokumentiert frei nach dem Grundsatz: Hinaus auf See, die Freiheit dort ist ungeteilt!

Bericht von Dietbrecht Granz, im März 2020

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