NWZ 04.10.2017 Kanuten machen sauber

Eversten/LR – Etwa 35 Kilo Müll – darunter auch Brisantes wie einen Kanister mit Altöl – haben neun Kanuten aus der Hunte gefischt. Bei der „Inspektionsfahrt“ zur Vorbereitung des traditionellen Bezirksabpaddelns war den Mitgliedern der Kanuabteilung des Oldenburg Yacht-Clubs (OYC) viel Unrat auf dem Hunteabschnitt zwischen Wildeshausen und Oldenburg begegnet.

Jede Menge Flaschen und Bierdosen gehören dazu, aber eben auch ein 20-Liter-Altölkanister mit Leck neben dem Verschluss. „Er war zu drei Viertel mit Altöl gefüllt“, berichtet OYC-Pressewart Tammo Hausin. Der Behälter hatte sich in einem abgebrochenen Ast mitten auf der Hunte (Höhe Schohusen etwa 1,5 Kilometer von der Dehlandbrücke, Huntlosen, entfernt) verfangen. Er wurde von den Kanuten geborgen und nach Absprache mit der Gemeinde Wardenburg entsorgt.

„Wir Kanuten waren erschrocken, wie viel Müll wir bei unserer Inspektionsfahrt aus der Hunte gefischt haben“, sagt Heike Bathke, Umweltwartin der Abteilung. „Meistens finden sich größere Müllmengen erst nach den Winterhochwassern an den Ufern der Hunte.“

Die OYC-Kanuabteilung mit immerhin über 200 Mitgliedern hat diese Müllsammelaktion nun zum Anlass genommen, spezielle Müllsammelsäcke für alle Vereinsmitglieder anzuschaffen, in denen auf der Hunte treibender Müll gesammelt werden soll. Der sogenannte „MUSS“ (Müll- und Unrat-Sammelsack), der aus recyceltem Material hergestellt wurde, kann unkompliziert an jedem Kanu befestigt werden, so dass kleinere Müllfunde mitgenommen werden können.

Man will unter dem Motto „Mein Fluss MUSS sauber sein!“ gemeinsam mit dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) ein Zeichen setzen und zeigen, dass die Qualität der Gewässer den Kanuten sehr am Herzen liegt. „Der Müll- und Unrat-Sammelsack ist ein praktischer Begleiter, mit dem zu Wasser und zu Lande alles eingesammelt werden kann, was nicht in unsere Umwelt gehört. So kann jeder ohne großen Aufwand seinen Beitrag zum Erhalt sauberer Gewässer leisten“, betont Heike Bathke.

„Außerdem sollen die Funde nun auch dokumentiert und nicht einfach im eigenen Mülleimer entsorgt werden. Über die ,Gewässerretter-App’ könnten größere Müllfunde dokumentiert und Aufräumaktionen organisiert werden. Ebenfalls informiert werden sollen der Naturschutzbund und die Stadt.“

Am Vereinsheim am Achterndiek wird der gesammelte Müll aktuell zwischengelagert. Unklar sei noch, wer die Kosten für die Entsorgung bei größeren Mengen übernimmt, teilt Hausin mit.

Mehr Infos zum Verein unter   http://oyc.de

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